Dr. Stefan Wachtel auf manager-magazin.de über frohgemute Oligarchen-Rhetorik

Eine Stadt stimmt ab, und alle meinen schon vorher zu wissen, wie es ausgeht. Und sind ganz konsterniert, wenn es plötzlich anders kommt. Wie konnte das passieren? Die Verantwortlichen haben wichtige Grundregeln missachtet.

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Foto: Etienne Fuchs

Wer die Kommentare zur gescheiterten Volksabstimmung in Hamburg liest, könnte meinen, unser Land stünde unmittelbar vor der Apokalypse. Es geht um Deutschland! Wir brauchen die Olympia-Bewerbung! Es geht sogar noch größer: Nichts Geringeres als „die Weltoffenheit“ unseres Landes ist in Gefahr. Selten ist größerer ideologischer Quatsch aufgetürmt worden.

Was ist passiert? Die Menschen haben gesagt, dass Sie ein paar Milliarden anderswo besser aufgehoben sähen. Diejenigen, die das Spektakel bezahlen sollten, wollen es nicht. Ja, das ist vielleicht eine Niederlage für Hamburg, aber damit ist es auch gut. Lassen wir die Kirche im Dorf – und den Bürgern einer Stadt das Recht, keine Lust auf Großveranstaltungen zu haben, die Ihnen das Leben schwer machen. Wer mit dem Fahrrad oder dem Auto durch eine verstopfte Stadt fahren muss, ist anders drauf als einer, der im Festkomitee sitzt.

Dr. Stefan Wachtel hat in seiner Meinungsmacher-Kolumne auf manager-magazin.de drei Gründe gefunden, warum Hamburgs Olympia-Traum wenig überraschend geplatzt ist.